Warum Kieferorthopädie?
Kieferorthopädie bedeutet mehr als nur das Geraderichten von Zähnen. Neben der Ästhetik steht vor allem die Erhaltung und Wiederherstellung wichtiger Funktionen im Mittelpunkt.
Kaufunktion
Die Aufnahme und Zerkleinerung der Nahrung sind die Hauptaufgaben des Gebisses. Nur richtig stehende Schneidezähne erlauben ein richtiges Abbeißen. Dazu müssen sie übereinandergreifen, um wie eine Schere schneiden zu können. Die weitere Zerkleinerung der Nahrung übernehmen die Mahlzähne. Wie die Zähne eines Zahnrades sollen sie beim Zusammenbeißen ineinandergreifen. Durch seitliche Kaubewegungen werden die Speisen zermahlen. Zusammen mit dem Speichel wird so die Verdauung vorbereitet.
Atmung
Die ungestörte Atmung soll durch die Nase und nicht durch den Mund erfolgen. Ein ungezwungener Mundschluss ist dafür eine wichtige Voraussetzung. Vorstehende obere Schneidezähne oder ein zurückliegender Unterkiefer können den Schluss der Lippen behindern und fördern die Mundatmung. Fehlerhafte Lippenhaltungen verstärken vielfach zusätzlich vorliegende Zahnstellungsanomalien. Dies kann die Fehllage der Zunge zur Folge haben. Dadurch erhält die Wangenmuskulatur Übergewicht und engt den oberen Zahnbogen ein. Die fehlerhafte Atmung fördert die Entstehung von Wucherungen des lymphatischen Rachenringes, d. h. es kommt mitunter zur Vergrößerung der Rachen- und Gaumenmandeln.
Aussprache
Die Lautbildung der Sprache kann durch Fehlstellungen der Zähne und der Kiefer zueinander beeinträchtigt werden. Besonders dann, wenn die Frontzahnreihen nicht regelrecht übereinandergreifen. Sprachfehler bei "S" und "Z" -Lauten entstehen durch eine falsche Zungenlage. Die Zunge legt sich dann nicht hinter die Zähne oder an den Gaumen, sondern zwischen die Zahnreihen. Gemeinsam mit einem Sprachtherapeuten können gestörte Sprachlautbildungen durch kieferorthopädische Maßnahmen behoben werden. Auf diese Weise kann eine mögliche Beeinträchtigung des Kindes in der Schule oder im späteren Berufsleben verhindert werden.
Spätschäden
Durch Fehlstellungen der Zähne wird in vielen Fällen die natürliche Selbstreinigung der Zahnreihen durch den Speichel und auch das Putzen der Zähne erschwert. Durch die Bildung von Zahnbelägen (Plaque) wird die Entstehung der Karies begünstigt. Durch Stellungsanomalien kann es weiterhin zu Fehlbelastungen der Zähne und des Zahnhalteapparates kommen. Zahnfleischentzündungen und den Parodontopathien wird Vorschub geleistet.
Ästhetik
Schöne, gesunde und gerade Zähne sind attraktiv, symbolisieren Gesundheit und können Ihr Selbstwertgefühl steigern. Die Behandlungsplanung berücksichtigt dabei vorrangig immer medizinische Notwendigkeiten. So breit gefächert und individuell wie die Ansprüche sind auch die Möglichkeiten, unter denen man beim Zahnersatz wählen kann. Die moderne Kieferorthopädie bietet Ihnen breitgefächerte ästhetische Korrektur-Varianten.
Ein Facharzt - Was ist das?
Der Fachzahnarzt für Kieferorthopädie (auch: "Kieferorthopäde") hat seine Qualifikation für eine sehr gute und hochwertige kieferorthopädische Behandlung im Rahmen einer Fachzahnarztprüfung - als Abschluss einer vierjährigen Weiterbildung - vor einer unabhängigen Prüfungskommission nachgewiesen! Einzig eine solche Prüfung berechtigt zum Führen des Titels Fachzahnarzt, und einzig diese Bezeichnung garantiert Ihnen umfassendes Wissen auf dem Gebiet der Kieferorthopädie. Für Sie und Ihr Kind.
Schwerpunkt & Master - der kleine Unterschied
"Master of Science", "Zahnarzt mit Tätigkeitsschwerpunkt", "Fachzahnarzt": Wer heute eine Möglichkeit zur kieferorthopädischen Behandlung in seiner Nähe sucht, hat es nicht immer leicht. In Anzeigen, Telefonbüchern oder sogar auf Praxisschildern wetteifern vermeintliche Qualitätsbezeichnungen um die Gunst des Patienten.
Doch - welche Bezeichnung sagt wirklich etwas aus über die Qualität einer kieferorthopädischen Behandlung?
Die Bezeichnung "Master of Science - Kieferorthopädie" kann ein Allgemeinzahnarzt erwerben, indem er an einer - vorwiegend theoretischen - Lehrgangsveranstaltung einer speziellen Universität im benachbarten Ausland teilnimmt. Hierbei handelt es sich allerdings nicht - wie beim Fachzahnarzt für Kieferorthopädie - um eine mehrjährige Weiterbildung, sondern lediglich um eine nebenberufliche Fortbildung.
Der "Master of Science" ist also keinesfalls ein Meister seines Faches, wie die Bezeichnung glauben machen könnte, sondern vielmehr ein Allgemeinzahnarzt, der sich kieferorthopädisches Wissen quasi "nebenbei" angeeignet hat.
Die Bezeichnung "Tätigkeitsschwerpunkt Kieferorthopädie" führen Zahnärzte, die einen Teilbereich ihrer Berufstätigkeit als Tätigkeitsschwerpunkt gegenüber der Zahnärztekammer angezeigt haben. Es handelt sich hierbei um die Selbsteinschätzung des betreffenden Zahnarztes. Eine unabhängige Prüfung seiner fachlichen Qualifikation wird weder verlangt noch vorgelegt.